Lauras Polarzeit Folge 2

Wir mussten unsere Instru­mente retten

Trotz Corona hat sie es in die Weite geschafft: An Bord der Polar­stern zur „MOSAiC“, der größten Arktis Expedition unserer Zeit. Die Augsbur­gerin Laura Schmidt bewacht dort die Forscher auf dem Eis vor Eisbären. Was treibt sie an? Wir sind regel­mäßig mit ihr in Kontakt und begleiten ab sofort ihren Eisalltag im Rahmen unserer Serie „Lauras Polarzeit“.

XM: Hallo Laura, schön, dass Du uns so regel­mäßig auf dem Laufenden hältst. Gab es den inzwi­schen schon “spannende Momente” seit Du an Bord bist? Hast Du schon Eisbären gesehen, musstest Du irgendwie eingreifen, gab es Eisbärenalarm?

Laura: Ja, es gibt fast täglich spannende Momente, und der „schedule“ kann sich oft ändern. Eisbä­ren­be­suche hatten wir inzwi­schen schon an die 11 Mal, davon die meisten, wenn wir noch nicht auf dem Eis waren. Aller­dings mussten wir schon ein paar neugierige Eisbären vertreiben. Drei Mal hatten wir Eisbär­mo­mente auf dem Eis. In diesem Fall mussten wir bereits zwei Mal die Signal­pistole zum Vertreiben einsetzen.

XM: Was gibt es noch Spannendes aus Deinem Alltag an Bord?

Laura: Unser Schiff wird ja 24 Stunden an die Scholle gehalten, damit wir die Position halten können. Oft schieben sich andere Eisblöcke unter das Schiff und hier hat die Besatzung viel damit zu tun, dass wir nicht von der Scholle wegbrechen. Gleich­zeitig wird die Scholle aufgrund der Schmelz­pe­riode immer dünner und insta­biler. Einige Instru­mente mussten schon gerettet werden und es gab schon nächt­liche Weckrufe, um die Kabel zu retten, die das Schiff über das Eis mit den Messta­tionen verbindet. Du siehst, es ist einiges los bei uns …

XM: Man sieht Euch auf Instagram immer wieder freund­schaftlich im Team mitein­ander Zeit verbringen – wie wichtig sind solche Momente, entstehen da echte Freund­schaften?

Laura: Wir sind wie eine Familie im eigenen kleinen Kosmos. Die Zeit während der Quarantäne und die Zeit auf der „Maria S Merian“ (für den Austausch) hat uns alle sehr zusam­men­ge­bracht. Wir sind ein sehr gutes Team, unter­stützen uns gegen­seitig und vertrauen uns. Das ist wichtig, denn man kann nur schwer inten­siven Kontakt nach Hause halten. Zudem ist die Welt hier eine ganz eigene. Ich würde sagen, dass hier auf jeden Fall Freund­schaften entstehen, immerhin erlebt man hier einzig­artige und sehr intensive Momente gemeinsam auf engstem Raum.

XM: Kannst Du einen kurzen thema­ti­schen Abriss der unter­schied­lichen Forschungs­pro­jekte an Bord der Polar­stern geben? (Gebiete, Projekte, Sinn und Zweck)

Laura: Die Bandbreite der Forschung hier an Bord ist enorm und sehr komplex und daher nicht einfach in einem kurzen Text zu beantworten.
Generell geht es darum, die komplexen Wechsel­wir­kungen zwischen Eis, Ozean, Atmosphäre, Biogeo­chemie und Ökosystem zu verstehen, gerade weil sich die Arktis doppelt so schnell erwärmt als der Rest der Welt. Das Verstehen dieser Wechsel­wir­kungen ist Voraus­setzung dafür, besser vorher­sagen zu können, wie sich das Klima in der Arktis zukünftig weiter­ent­wi­ckelt (abhängig von unseren Treib­hausgas-Emissi­ons­sze­narien). Parallel gilt heraus­zu­finden, wie sich die Änderungen auf die mittleren Breiten auswirken.

XM: Du hast uns letztens etwas von insta­bilen Eislagen erzählt und der Möglichkeit, dass ihr ggf. die Scholle wechseln müsst. Ist das normal für die Jahreszeit?

Laura: Wir sind mitten im arkti­schen Sommer angekommen, daher ist es auch normal, dass das Eis schmilzt. Was aber deutlich weniger vorherrscht als in den letzten Jahren, ist das Second Year Ice. Das ist Meer-Eis, das mindestens zwei Jahre überstanden hat und weniger anfällig ist. Unsere Heimat­scholle ist eine Mischung aus First Year Ice (FYI) und Second Year Ice. Beachtlich ist die im Eis vorherr­schende Dynamik bedingt durch wechselnde tiden­ab­hängige Meeres­strö­mungen. Dies verändert die Drift und die Stabi­lität der Eisscholle und der Eisschollen rundherum. Diese kolli­dieren mit unserem Schiff und der Heimatscholle.
Allgemein rückt die Eisgrenze im Sommer immer mehr Richtung Norden zurück. Im September finden dann wieder die Gefrie­rungs­pro­zesse statt, das ist die letzte Phase von MOSAiC.

XM: Liebe Laura, vielen Dank und bis demnächst!

Das Interview führte Markus

Copyright Bilder:
Sliderbild: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann (CC-BY 4.0)
Bilder im Content­be­reich: Laura Schmidt

Hinter­grund

MOSAiC ist die die größte Arktis-Expedition unserer Zeit und bedeutet Multi­di­sci­plinary drifting Obser­vatory for the Study of Arctic Climate. Seitens des Alfred-Wegener-Instituts für Polar-und Marine­for­schung wird diese einmalige Expedition seit ca. 10 Jahren vorbe­reitet und tritt in die Fußstapfen von Ideen­geber Fridtjof Nansen. Im September 2019 hat der deutsche Forschungs­eis­brecher Polar­stern den Hafen von Tromsö verlassen und driftet seit Oktober 2019 verankert an einer Eisscholle im arkti­schen Ozean. Ziel dabei ist, den Klima­wandel in der Arktis besser zu verstehen, denn diese Region ist das Epizentrum der globalen Erwärmung. Nirgendwo sonst auf der Welt wird es so schnell wärmer als in dieser kalten, fragilen und einzig­ar­tigen Erdregion. Gleich­zeitig ist die Arktis eng mit dem Wetter­ge­schehen in unseren Breiten verknüpft. Wissen­schaftler aus der ganzen Welt versuchen die komplexen Zusam­men­hänge und Prozesse von Ozean, Eis und Atmosphäre zu verstehen und somit Wissens- und Daten­lücken zu schließen. Insgesamt ist die Expedition unter­teilt in 6 Zeitab­schnitte, für welche die Forscher und die Crew ca. alle zwei bis drei Monate mittels zusätz­licher Eisbrecher ausge­tauscht werden.
Text: Laura Schmidt, https://alparctica.com

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