LAURAS POLARZEIT FOLGE 4

Auf der Brücke wird es nie langweilig

Trotz Corona hat sie es in die Weite geschafft: An Bord der Polar­stern zur „MOSAiC“, der größten Arktis Expedition unserer Zeit. Die Augsbur­gerin Laura Schmidt bewacht dort die Forscher auf dem Eis vor Eisbären. Was treibt sie an? Wir sind regel­mäßig mit ihr in Kontakt und begleiten ab sofort ihren Eisalltag im Rahmen unserer Serie „Lauras Polarzeit“.

XM: Hallo Laura, schön wieder von Dir zu hören. Hier kommt gleich unsere erste Frage: Warst Du eigentlich schon mal länger an Bord der Polar­stern, einer Polar­ex­pe­dition (Schiff) oder ist das Dein erstes Mal auf dem Eismeer?

Laura: Ich bin zum ersten Mal auf der Polar­stern und auch für diesen langen Zeitraum inmitten des arkti­schen Ozeans. Zweimal bin ich auf einem kleinen Schiff als Guide und Lektor entlang der Küsten von Süd- und Westgrönland mitge­fahren. Ansonsten besteht meine Arktis-Erfahrung überwiegend von Trekking­touren auf dem Land.

XM: Gibt es Erfah­rungen aus früheren Projekten oder Tätig­keiten, die Dir aktuell besonders helfen?

Laura: Ja, auf jeden Fall! Vor allem was Geduld betrifft und Dinge zu akzep­tieren, die nicht zu ändern sind. Hierfür hat mir meine Zeit als Tourguide für Ostgrönland, Spitz­bergen und Westgrönland sehr geholfen – gerade was Menschen und ihre unter­schied­lichen Charaktere anbelangt. Ich meine zu behaupten, mich sehr gut auf Andere einstellen und helfen zu können. Auch meine alpine Erfahrung ist von Vorteil. Man hat ein besseres Verständnis für das Gelände, auch wenn es auf dem Eismeer natürlich flach ist. Aber dennoch gibt es poten­zielle Gefahren wie eine durch Meeres­strö­mungen sich ständige umfor­mende Eisland­schaft, entste­hende Leads und sich meterhoch stapelnde Presseis­rücken, sogenannte „ridges“.

XM: Ich stelle es mir brutal ermüdend vor, stundenlang aufs weiße Eis zu starren, vergeblich nach Polar­bären Ausschau zu halten und dann im richtigen Moment voll da zu sein – wie macht Ihr das: Acht Stunden am Stück wie im Büro oder wechselt Ihr Euch ab?

Laura: Es ist tatsächlich oft ermüdend, deshalb sind die meisten Schichten bei „festen“ Messsta­tionen nicht länger als drei Stunden am Stück. Insgesamt sind wir aber schon den ganzen Tag verteilt draußen.

Hier mal ein Beispiel-Schedule:
9.00 – 11.30: Brücke, Stern oder Bearguard für ROV City, MET City, Albedo oder andere Stationen
11.30 – 13.00: Lunch, dafür gehen die meisten Gruppen aufs Schiff zurück. Dieje­nigen, die draußen bleiben, werden von einem anderen Bären­wächter abgelöst.
13.00 – 15.30: Brücke, Stern oder Bearguard für andere Station oder auch Pause
15.30 – 17.30: Brücke, Stern oder Bearguard
Es gibt aber auch Tage, da sind wir länger auf dem Eis. Zum Beispiel, wenn wir zu einer anderen Scholle über ein Lead gehen oder den Transect laufen, d.h. unsere Scholle umrunden, um die Eisdicke zu messen.

XM: Das heißt, Du hast noch viel mehr Aufgaben, die auch unter­schiedlich Spaß machen oder angenehm sind ….

Laura: Ja, klar! Bei den einzelnen Stationen beispiels­weise, wo wir wirklich nur auf einer Ridge stehen und unsere Umgebung beobachten, wird es tatsächlich nach ein paar Stunden anstrengend, langweilig und kalt. Dagegen während der „Bridge-Watch“, also auf der Brücke, koordi­nieren wir die Teams auf dem Eis und sind immer via VHF-Radio verfügbar. Über ein sogenanntes Trip-Log-System haben wir über den PC den Überblick, wie viele das Schiff verlassen haben und zurück­ge­kehrt sind. Jedes Team muss ich beim Verlassen der Gangway und ihrer Rückkehr ab- bzw. anmelden. Zusätzlich haben wir von dort oben eine gute Übersicht der Teams – jeden­falls solange es nicht zu neblig ist. Wir werden von frei verfüg­baren Wissen­schaftlern als „Bridge Lookout“ unter­stützt, die uns beim Ausschau nach Eisbären unter­stützen. Oben auf der Brücke wird es definitiv nicht langweilig.

XM: Liebe Laura, Deine Zeit auf der Polar­stern geht langsam zu Ende. Aber Du hast uns versprochen, dass wir uns noch einmal melden dürfen. Bis dann!

Das Interview führte Markus

Copyright Bilder:
Sliderbild: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann (CC-BY 4.0)
Bild Schnee­mobil: Igor Seismic
Bild Brücke: Jacob Langhinrichs

Hinter­grund

MOSAiC ist die die größte Arktis-Expedition unserer Zeit und bedeutet Multi­di­sci­plinary drifting Obser­vatory for the Study of Arctic Climate. Seitens des Alfred-Wegener-Instituts für Polar-und Marine­for­schung wird diese einmalige Expedition seit ca. 10 Jahren vorbe­reitet und tritt in die Fußstapfen von Ideen­geber Fridtjof Nansen. Im September 2019 hat der deutsche Forschungs­eis­brecher Polar­stern den Hafen von Tromsö verlassen und driftet seit Oktober 2019 verankert an einer Eisscholle im arkti­schen Ozean. Ziel dabei ist, den Klima­wandel in der Arktis besser zu verstehen, denn diese Region ist das Epizentrum der globalen Erwärmung. Nirgendwo sonst auf der Welt wird es so schnell wärmer als in dieser kalten, fragilen und einzig­ar­tigen Erdregion. Gleich­zeitig ist die Arktis eng mit dem Wetter­ge­schehen in unseren Breiten verknüpft. Wissen­schaftler aus der ganzen Welt versuchen die komplexen Zusam­men­hänge und Prozesse von Ozean, Eis und Atmosphäre zu verstehen und somit Wissens- und Daten­lücken zu schließen. Insgesamt ist die Expedition unter­teilt in 6 Zeitab­schnitte, für welche die Forscher und die Crew ca. alle zwei bis drei Monate mittels zusätz­licher Eisbrecher ausge­tauscht werden.
Text: Laura Schmidt, https://alparctica.com

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